Scott Bradley | Politisch unkorrekte Weltraum-Abenteuer | Science-Fiction-Satire

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Mission 10

Scott Bradley und der Maschinenflüsterer im Kampf gegen den Todesmeteoriten

Von Franz Grieser

"Dem wird ich was flüstern!" dröhnte Bradleys Bariton durch die Gänge der Discovery XVI. "Wenn der noch einmal mit der Dreckskiste redet, dann lass ich ihn kielholen! ... Und schmeiß ihm seinen hach so sönsüblen Bordcomputer gleich hinterher. ... Was soll dieses schwuchtelige Rumgetucke überhaupt? Wär ja noch schöner, wenn ein dummer Haufen Silikon und Drähte ..."

"Äh, Silizium. Äh, Sir." kam es ganz leise aus Ludwig Lamatschs Richtung.

Bradley verlor den Faden, und Lamatsch wurde noch vorwitziger.

"Übrigens ist die Zeit, in der man Silizium zur Fertigung integrierter Bauteile verwendete, schon längst..."

Weiter kam er nicht.

"Schnauze, Besserwisser!" beendete Bradley Lamatschs Redeschwall, und seine Karriere, da Scott ihn für den Rest der Mission zum Latrinendienst abkommandierte und danach zu einem Stellarminenräumkommando auf Hintertupfing 0.4 versetzte.

Und weil er gerade so schön in Schwung war, zitierte Bradley gleich noch Bowman zu sich.

Bowman wurde von allen an Bord - mit Ausnahme Bradleys - ehrfürchtig 'der Maschinenflüsterer' genannt. Und er gehörte zu den wenigen, die sich von Bradley nicht ins Bockshorn jagen ließen. Aber das half ihm nichts. Diesmal.

"BOWMAN! Nehmen Sie gefälligst Haltung an, wenn ich mit Ihnen rede!"

Schnell spielte Bowman den Hampelmann, zu dem man ihm in den zwei Jahren Grundausbildung in Frey-Ung auf Subbavaria IV getrimmt hatte: Er schlug die Hacken zusammen, grüßte militärisch korrekt und ließ Bradleys Strafpredigt über sich ergehen. Bis Bradley den entscheidenden Fehler machte.

"Rühren, Bowman!"

Nicht nur Bowmans Körper folgte dem Befehl. Auch der Widerspruchsgeist in seinem Schädel.

"Bei allem Respekt, Sir: HAL ist alles andere als eine 'brunzdumme Dreckskiste'. Er ist ein hochintelligentes, sensibl..., äh, ich meine: ein hochintegriertes, äh, das Steuerzentrum dieses Raumschiffs... ohne das wir unsere Mission..."

"Bowman! Ich glaub's nicht..."

"Nein, Sir. Ich bin noch nicht fertig, Sir. Ohne HAL ist unsere Mission zum Scheitern verurteilt. Und desha..."

"Quatschen Sie nicht dazwischen! Vor allem nicht so einen Scheißdreck. Fakt ist: Der Computer ist bloß zur Navigation da. Für den Erfolg unserer Mission, dafür bin ich da. Ich - und nicht dieser überkandidelte Taschenrechner."

"Aber Sir. Ohne HAL kämen wir doch nie..."

"Wo kämen wir nie hin? Hä? Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder dahergelaufene Maschinist seinem Kapitän widersprechen dürfte?"

"Sir, verzeihen Sie, aber mit HAL muss man behut..."

"Mann, Bowmensch. Jetzt reicht's! Auf Kampfschiffen der Konföderation plappert man nicht mit Computern! Tippen Sie Ihre Befehle gefälligst über die Dings, die Konsole ein - dazu isse doch da, verdammtnochmal."

"Aber, Sir... Das verstehen Sie nicht. HAL braucht den direkten Kontakt... nur wenn HAL meine Stimme hört ... Wissen Sie: HAL hatte eine schwierige Kind..."

"Mensch, Bowman. Sie kennen doch den Befehl vom Generalstab, der die Spracheingabe ausdrücklich verbietet. Der gilt für alle an Bord. Auch für Sie! - Brodski! Erklären SIE es unserem Besserwisser hier noch einmal."

Brodski, der Chefingenieur, der die ganze Zeit hinter Bradley gestanden hatte, zuckte zusammen, dann räusperte er sich.

"Äh, ja. Sir. Äh, das ist so, Bowman. Aber das wissen Sie..."

"Brodski. Schwallern Sie hier nicht rum! Kurz und knapp! Aber dalli!"

"Äh, ja. Kurzgesagt: Das Sprachsteuerungssystem, äh, frisst zu viele Systemressourcen. Deshalb ist es strikt untersagt, mit ..."

Und schon bollerte Bradley wieder los:

"Genau. Jetzt wissen Sie's, Bowman. Weil wir diese, diese Systemrestdinger brauchen, für unseren Einsatz. Und deswegen: Stillgestanden, Bowman! Und wenn ich Sie noch einmal dabei erwische, wie Sie mit der Kiste reden. Dann können Sie was erleben. Sie ... Weichei!"

*****

"Commander! Commander Bradley! Wir sind nun so nah am Zielobjekt, dass wir es auf dem Display einblenden können." meldete Tolstowski dem versonnen an seiner Havanna nuckelnden Bradley.

"Und? Worauf warten Sie noch? Zaubern Sie uns das Dings auf den Schirm."

Während das 10x10-Meter-Display ein Bild aufbaute, erstarben sämtliche Geräusche in der Kommandozentrale. Alle starrten ungläubig auf den gigantischen Feuerball. Sie spürten förmlich die Hitze, die er abstrahlte. Er war gesprenkelt mit Tausenden von Punkten und Bällen unterschiedlichster Größe. Sah man genauer hin, konnte man erkennen, dass sich die Punkte und Bälle nicht auf dem roten Riesen befanden, sondern ihn umgaben.

"Der Rote Todesmeteorit." dozierte der Bordastronom. "Er hat etwa die Größe des Planeten Saturn, sein spezifisches Gewicht beträgt aber das 65,4fache des Gewichts der Sonne. Parallel zu ihm fliegen mindestens 315.000 Objekte von der Größe eines faustgroßen Steins bis hin zu Meteoriten mit einem Durchmesser von mehreren Metern. Und zwar - und das ist das Problem - genau auf unser Sonnensystem zu..."

"Ja, äh, danke, Professor Nathan."

"Oh, ich bin noch nicht fertig, Commander.", Professor Nathan redete unbeirrt weiter. "Die Mannschaft interessiert sicher, welche Auswirkungen der Meteoriteneinschlag auf unser..."

"Professor, schreiben Sie doch einfach ein Buch drüber, okay?" Bradley wandte sich zur Mannschaft. "Leute! Wenn wir dieses rote Monster nicht aufhalten, brauchen wir gar nicht mehr zurück zur Erde fliegen: Weil wir dort dann mit Sicherheit nicht mehr auftanken können!"

Er grinste.

"Aber um das zu verhindern sind wir ja hier: Wir werden dem roten Teufel schon sein Licht ausblasen. Und zwar ziemlich bald. Bleibt die Frage: Warum blasen wir das Ding nicht einfach mit einem schnuckeligen Iridiumbömbchen weg?"

Bradley warf einen Blick auf seinen Spickzettel.

"Tja, so einfach ist es aber nicht. Der rote Todesmeteorit ist nämlich kein simpler Steinhaufen, sondern künstlich. Aus der Galaxis Skleros. Und weil er genau auf unser Sonnensystem zielt, und das doch ein ziemlich gigantischer Zufall wäre, gehen unsere Wissenschaftler davon aus, dass er von den Skleroten gezielt losgeschickt wurde, um unser Sonnenlicht auszublasen."

Die Mannschaften aha-ten.

"Und damit wir das Ding nicht einfach so abfangen und unschädlich machen können, haben sich die Sklero-Säcke eine kleine Gemeinheit ausgedacht: Ein Schutzschild aus kleinen Meteoriten umgibt den rote Riesen. Deswegen können wir nicht einfach eine Rakete rüberzuschicken, um den dicken Brocken in die Luft zu jagen."

Die Mannschaften aha-ten. Bradley klappte eine Tafel mit Kreidediagramme auf.

"Unser Job ist es, einen Korridor durch die Meteoriten freizuschießen. Dazu setzen wir uns hinter den roten Riesen und ballern hier hinten an der schwächsten Stelle alle Steinbrocken über den Haufen. Durch den Korridor fliegt dann eine Rakete mit einer Iridiumbombe und vaporisiert den roten Steinhaufen und das Zeugs außenrum, das wir noch übriggelassen haben. So. Keine Fragen mehr?"

"Äh, Sir, warum..."

"Schön. In 15 Minuten startet die erste Rotte unter meinem Kommando. Im Abstand von jeweils zwei Minuten folgen die Rotten 2 und 3 unter Captain Wazoo und Captain Beefheart."

*****

Um Schützen und Piloten ein bisschen aufzumuntern, brüllte Bradley in sein Mikro: "Jungs! Und Mädelz, natürlich. Ich lass einen Kasten Mondinger Weißbier springen: Die Crew, die die meisten Steine runterballert, kriegt ihn heute Abend im Kasino. Und die vier, die am wenigsten Steine wegputzen, dürfen morgen früh nach der Sauferei den Saustall aufräumen. - Und jetzt will ich Action sehen. ACTION!"

Die Piloten aus Bradleys Rotte gaben ihren Kreuzern die Sporen und stürzten sich auf den Todesmeteoriten. Gleich die erste Salve riss ein sichtbares Loch in die Steinwolke hinter dem roten Riesen. Danach feuerten Bradley und die übrigen Schützen, was die Photonenlaser hergaben.

Schon drangen die ersten beiden Rotten in die Lücke ein, die sie in den Steinschwarm gefräst hatten. Die Kreuzer am linken bzw. rechten Rand verbreiterten das Loch, um in der Mitte Platz für die dritte Rotte zu schaffen.

Plötzlich gellte ein Schrei durch alle Lautsprecher.

"Verdammt! Die kommen auf uns zu ..." Dann hörte man ein lautes Krachen. Köpfe wanderten nach rechts, als dort ein Kreuzer in hellen Flammen aufging. Und woher immer mehr Meteoriten kamen.

"Schweine! Sie greifen an!" schrie Captain Wazoo. "Passt auf, die haben gedreht. sie fliegen auf uns zu!"

Bradley hatte seinem Piloten schon eine Warnung zugebrüllt. Instinktiv warf er den Kopf jetzt nach links. Puh: wenigstens die Meteoriten dort kamen nicht auch noch auf sie zu. Moment! Sie bewegten sich nun auch - aber in die andere Richtung.

"Männer!" schrie er in sein Mikrophon: "Die Steine drehen sich um den roten Riesen. Alles raus hier! Raus aus dem Meteoritenfeld! RAUS! SOFORT!"

Sie reagierten blitzschnell, zogen ihre Kreuzer in einen Looping nach oben und katapultierten sich ins Freie. Trotzdem erwischte es noch vier Schiffe, die von den Meteoriten regelrecht zersiebt wurden.

Bradley hatte recht gehabt: Die Meteoriten flogen nun nicht mehr brav mit dem roten Riesen mit, sondern kreisten im Uhrzeigersinn um ihn - mit einem Irrsinnstempo.

Diese Schweine von Skleroten. Die hatten sie blanke Messer laufen lassen!

Bradley musste seinen Männern gar keinen Befehl geben: Kaum befanden sich die Kreuzer außerhalb des tödlichen Meteoritenfeldes, hatten die Piloten schon wieder gedreht und die Schützen Feuer gegeben. Nach einer Stunde wüsten Drauflosballerns hatten sie das Meteoritenfeld ziemlich ausgedünnt.

Bradley sah zu, seine Munition war längst alle. Doch rechte Freude wollte nicht aufkommen. War doch unter den Kreuzern, die die heimtückischen Meteoriten erwischt hatten, auch der von seinem alten Kumpel Grant Wazoo gewesen. Wazoo, mit dem er in den Sümpfen von Awreetus-Awrightus gelegen hatte. Der mit seinem Saxophon den Mediocrates von Pedestrium von seinem Podest geblasen und die Mauern von Gelicko zum Einsturz gebracht hatte.

Heilige Scheiße!

Nun mussten sie sich einen anderen zum Schafkopfen suchen.

Verdammte Kacke!

Bradley schluckte und wischte heimlich ein paar Tropfen Salzwasser von der Backe.

"Gebt's ihnen, Jungs. No mercy!", krächzte er. "Putzt das Dreckszeug weg!"

*****

Zurück an Bord des Trägerschiffs eröffnete ihnen Nathan, dass sie den roten Riesen nun trotzdem nicht einfach mit einer Rakete und einer I-Bombe in die Luft jagen konnten. Statt dessen musste jemand auf dem Meteoriten landen, mit einem Photonenlaser einen neun Kilometer langen Schacht in den Stein fräsen und dann eine Rakete mit drei I-Sprengköpfen in diesen Schacht schießen. Die Detonation würde den roten Riesen in Millionen Stücke reißen.

Das war die offizielle Fassung, die Nathan vor der Mannschaft verkündete. Die vollständige Fassung gab er Bradley in dessen Kajüte.

Der zeigte sich nicht besonders beeindruckt, überlegte kurz und ließ dann alle Besatzungsmitglieder, die weniger als ein Jahr auf dem Schiff waren, auf dem Transportdeck antreten.

Als die 14 Männer und Frauen versammelt waren, trat er vor sie, räusperte sich und ließ den Blick über die Leute schweifen. Seine Stimme war leiser, als sie es von ihm gewohnt waren.

"Tja, Leute. Dr. Nathan hat Euch ja schon das Wichtigste erzählt. Und ich bin nicht in Stimmung, Euch einen Vortrag zu halten. Machen wir's also kurz, Jungs: einer von euch darf jetzt da runtergehen und sich mit Ruhm und Ehre bekleckern. ... Bowman! Das freut mich aber, dass Sie sich freiwillig melden!"

"Aber Sir! Ich hab mich nicht gemeldet."

"Nicht so bescheiden, Bowman."

"Ganz sicher nicht."

"Ich hab's aber deutlich gesehen." Bradley packte Bowman am Schlafittchen und schob ihn in die Schleuse. "Mach's gut, Bowman. Wir sind stolz auf Dich, mein Junge! Wenn Du zurückkommst, hast Du was gut bei mir!"

Und schon wurde Bowman auf den Meteoriten geschossen, wo er so unsanft aufsetzte, dass er sich beim Abrollen den rechten Knöchel brach. Das hinderte ihn aber nicht daran, die Fräsvorrichtung auszupacken, zu installieren und in Betrieb zu nehmen. Dann platzierte er die Treibladung mit den drei Sprengköpfen über dem bereits vier Kilometer tiefen Schacht.

Dann wartete er auf das versprochene Abholkommando. Und wartete. Und wartete...

*****

Aus sicherer Entfernung zündete Bradley die Treibladung. Die drei Sprengköpfe schossen ins Innere des roten Riesen und detonierten und vaporisierten ganz nach Plan.

Detonationswellen schüttelten die Discovery XVI. Bradley, der sich mal wieder nicht angeschnallt hatte, wurde direkt auf Lieutenant Ohamas Schoß geschleudert. Als er sich - ganz unschuldig Halt suchend - an ihren Brüsten vergriff, versetzte sie ihm eine schallende Ohrfeige, die ihn zurück vor seinen Kommandantensitz beförderte.

Nach dem Schlag brauchte selbst ein Bradley eine halbe Minute, um wieder ganz zu sich zu kommen.

*****

"O.k. Mission erledigt. Steuermann! Bringen Sie uns zurück zur Basis der 4. Raumflotte."

"Ayeaye, Sir." kam es zurück. "Verdammte ... Sir! Commander Bradley! Die Steuerung..."

"Was iss denn nun schon wieder?"

"Sir! Der Computer. Er, er reagiert einfach nicht."

Der Steuermann tippte immer hektischer herum, bis Bradley nun doch wissen wollte, was da los war, aus seinem Sessel sprang und neben ihn an die Konsole trat.

"Da, sehen Sie selbst, Sir: Ich krieg den Fokus nicht auf das Eingabefeld."

"Na und?"

"Wie soll ich die Koordinaten denn eingeben - so ganz ohne Eingabefeld? Sir?"

"Hmmja. Und was ist mit dem Mausdings? Klick doch einfach..."

"Das funktioniert auch nicht, Sir."

Bradley schob ihn grob weg von der Konsole, hämmerte auf die Tastatur und warf die Maus gegen das Display.

"Scheißteilverfluchtes!"

Bradley riss die Tastatur heraus, schmiss sie auf den Boden und trampelte mit seinen Springerstiefeln darauf herum.

"UND? Wie kriegen wir das Ding jetzt zum Laufen? ... Techniker! Admin! Gibt's hier keinen verdammten Support? Help-Desk! Wo steckt die verfluchte Bande!"

"Doch, Sir" sagte eine ruhige Stimme hinter ihm. "HAL läuft noch. Hier sehen Sie?" Damit deutete er auf die Positionsanzeige, die HAL laufend aktualisierte. "Das Problem muss am Input-Modul liegen. HAL erhält offenbar..."

"Laber nicht rum, Bursche. Bring der Kiste Gehorsam bei!"

"Wie wär's denn mit Voice Input?"

"Was fürn Input? Du willst doch wohl nicht sagen ..."

"Genau, Sir. HAL kann derzeit nur Spracheingabe verarbeiten. Sehen Sie: Hier die roten Lämpchen zeigen, dass alle Eingabegeräte ausgefallen sind. Bis auf das Mikrofon. ... Sie müssen Ihre Befehle schon da reinsprechen."

"Ich? Neinneinnein, mein Lieber. Reden tust Du mit dem Kasten. Sag ihm, dass wir zurück nach Platon69 fliegen!"

Der Techniker führte Bradleys Befehl aus.

"HAL-B8? Fliege uns nach Platon69!"

Auf dem Display erschien in Rot die Meldung:

"Authentication failed. (R)etry, (A)bort, (I)gnore?"

"Äh, Sir. Ich bin offenbar nicht berechtigt..."

"Hab ich auch gemerkt." schnauzte Bradley.

Dann fluchte er, trat vor das Mikrofon und bellte los.

"KURS PLATON69! ABER DALLI!"

Die Fehlermeldung erlosch.

Es tat sich aber nichts.

"Äh, Sir. Nicht so ..."

Bradley holte tief Luft, stieß sie wieder aus. Holte nochmals Luft, schnaufte noch lauter aus. Dann wurde es still. Keiner im Raum wagte mehr sich zu bewegen.

Bradley räusperte sich und sprach, so ruhig und bestimmt er konnte, ins Mikrofon.

"Okay, HAL. Unser neuer Kurs lautet: Zurück nach Platon69. Platon Sechs Neun. Verstanden?"

HAL-B8 gab keine Reaktion von sich.

Bradley wartete.

Dann plärrte er: "Kurs Platon69 hab ich gesagt!"

Auf dem Monitor erschien jetzt grün blinkend "HÄH???". Dann erlosch das Display, um kurz darauf bildschirmfüllend "Kannitverstan" zu zeigen.

"Also gut, Du Miststück." knurrte Bradley zurück. "Ich weiß genau, dass Du mich verstehst. Akustisch und ... und ... Du weißt schon, was ich meine. Also. Hör gut zu. Die Anweisung lautet: Bring uns zurück nach Platon69! Auf direktem Weg ... Hab ich mich verständlich ausgedrückt?"

Keine Reaktion. Bradley flötete nun fast.

"Huhu, HAL-B8? ... HAL, hörst Du mich? ... HAL. ... HAA-AL?"

Immer noch kein Mucks vom Bordcomputer.

"HAL, Du blödes Arschloch! Dann stell wenigstens auf Handsteuerung um, damit wir endlich heim können! Und zwar jetzt!"

"Ich habe Deine Befehle schon gehört, Scott Bradley. Ich verstehe auch durchaus Deinen Standpunkt." antwortete da HAL-B8. "Nur: Ich bin darauf programmiert, diese Mission erfolgreich zu Ende zu führen. Doch Dein impulsives Handeln könnte den Abschluss der Mission gefährden. Ich halte es deshalb nicht für angebracht, die Kontrolle über das Schiff uneingeschränkt in Deine Hände zu legen."

"Du willst mich wohl verscheißern, HAL?"

"Ich schlage vor, Du und die Besatzung, Ihr setzt Euch im Konferenzraum in aller Ruhe zusammen, zieht einen Becher Kaffee und be..."

"Jetzt hab ich die Schnauze endgültig voll von dem Affentheater!" Bradley riss seine Raygun aus dem Holster und pumpte eine Ladung PhotonoSchrot in HAL-B8s Eingeweide. Der gab nur noch ein "üürrggh pffffffffff" von sich und meldete dann eine Allgemeine Schutzverletzung in Modul 000F:B900.

Die Fahrt zurück zur Erde mussten sie per Handsteuerung zurücklegen.

*****

Während sich die Offiziere beim Steuermannsdienst abwechselten, verordnete sich Bradley selbst für die Dauer des langen und beschwerlichen Rückflugs Sonderurlaub. Diesen verbrachte er mit der letztlich doch noch recht zugänglichen Ohama auf dem Wasserbett in seiner Kabine.

 

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