Scott Bradley | Politisch unkorrekte Weltraum-Abenteuer | Science-Fiction-Satire

Scott Bradley - Science Fiction Satire Scott Bradley - Weltraumabenteuer Scott Bradley - Science Fiction Parodie Scott Bradley - Sci Fic Satire Scott Bradley - Funny Science Fiction
Scott Bradley - Science Fiction Satire Scott Bradley - Science Fiction Parodie Scott Bradley - Funny Science Fiction


Mission 17

Riebmanns Direktive

Von Markus 'Zeilenschinder' Klein

"Es ist grün, Commander."

"Verdammt! Ich hasse grün!"

Scott Bradley trat wütend gegen einen der herumstehenden Behälter, und Jo-Scha, der Wissenschaftsoffizier, machte sich eine weitere diesbezügliche Notiz in seinen implantierten NeuroPalm.

"Sir, damit haben wir nun schon sieben Behälter untersucht. Hinsichtlich unserer aktuellen Proviant-Situation mag das Ergebnis auf den ersten Blick ernüchternd wirken, doch ich bin sicher, wir kommen schneller voran, sobald wir über den übersetzten Index verfügen."

Irgendwoher erklang ein aufgewecktes Piepen.

Jo-Scha machte ein Häkchen in seinem NeuroPalm, und wandte sich an Lu-Po, seinen Assistenten.

"Lu, ich denke der da hinten ist unsere Nummer 8."

Hungrig auf seiner kalten Zigarre kauend sah Bradley sich in der gewaltigen Lagerhalle um. Er suchte schwer genervt etwas böse Grinsendes, gerne auch in grün, das er mit seinem nagelneuen 38er Jieper-O-Matic umpusten konnte. Das Ganze dauerte ihm einfach zu lange.

Für den Moment hätte auch eine nicht allzu sympathische Nonne als Ziel gereicht. Auch wenn es mit diesem Drecks-Jieper natürlich nicht das Gleiche war, wie mit seinem Dust-to-Dust-XP-Blaster, der der Starfleet jetzt nicht mehr politisch korrekt genug war.

Die Jieper-O-Matic war eine wirklich alberne Waffe, wenn auch die Ergebnisse gelegentlich recht amüsant waren. Sie basierte darauf, bei der getroffenen Person einen Neuroschock zu verursachen, bei dem jede mögliche Begierde, zu der dieses Lebewesen imstande war, zugleich auftrat.

Die wenigsten überlebten das. Doch auch sie sahen anschließend außerordentlich mitgenommen aus.

Mit dem Stiefel trat Bradley gegen einen weiteren Behälter.

Als Wissenschaftsoffizier hatte Jo-Scha zusammen mit Dr. Riebmann sofort eine erste Strategie entwickelt, wie sie sich in diesem unüberschaubaren Paradies für Verwaltungsangestellte zurechtfinden sollten. Bradley wäre gerne um einiges rabiater vorgegangen, musste aber für den Moment die Kompetenzen von Jo-Scha und Riebmann akzeptieren. Die erst kürzlich aus Mangel an Zeugen zurückgewiesene Anklage wegen "übereiltem Völkermord in nachlässiger Kleidung im Einsatz" hatte ihn für den Moment ein wenig vorsichtig gemacht.

"Verdammter nerdanischer Furzzähler" grunzte er zustimmend und nickte Jo-Scha zu.

Es war sehr mühsam, diese Behälter überhaupt erstmal aufzubekommen. Solange sie aber keine anderen Anhaltspunkte hatten, sah Jo-Scha keinen alternativen logischen Weg. Zumal unter Berücksichtigung der Direktiven.

Eine der Angewohnheiten Jo-Schas war es, in organisatorischen Dingen immer Recht zu haben, zumindest sah das eine der Starfleet-Direktiven so vor. Er war ein Nerdaner, also konnte er ebenso wenig unrecht haben, wie sich von etwas anderem als nerdanischem Fastfood und der nerdanischen Zuckerplörre 'Nerla' ernähren.

Auch wenn er privat Pepla Light bevorzugte.

"Beeil dich Lu-Po, auch ein Nerdaner hat gelegentlich mal Durst!"

Dr. Riebmann, der intensiv damit beschäftigt war, Lu-Po im Wege zu stehen, sah eine gute Gelegenheit, etwas beizusteuern.

"Also, ich möchte noch einmal betonen, Herr Bradley, dass ich die ohnehin bedenkliche Situation in unseren Vorräten, und deren weitere Gefährdung durch die Luxa-Reproduktionsrate durchaus rechtzeitig vor Flugbeginn aufgezeigt hatte, und eine gewissenhafte Prüfung meiner Berichte hätte klar ergeben, dass..."

"RIEBMANN, HALTEN SIE VERDAMMT NOCH MAL DAS MAUL!", explodierte Commander Bradley, der sich aus seinen Gedanken zum Ausblick auf Ca-Trins knappes Top gerissen sah.

Professor Dr. Dr. Riebmann, Wissenschaftsoffizier der USS Sheckley, zuckte nicht zum erstenmal beleidigt zusammen. Demonstrativ schmollend ging einige Stapel weiter, um dort leise meckernd den Versuch zu starten, einen der Abermillionen von Normbehältern auf eigene Faust aufzubrechen, wie sie das nun schon seit sechs Stunden gemacht hatten. Er fühlte sich unverstanden, missmutig und hungrig, und zum wiederholten Male empfand er diese elende Starfleet-Uniform mit ihren Schaftstiefeln und all dem Lederkram als sehr belastend.

Zudem war sie im Schritt schlecht geschnitten.

Er hatte nach acht formellen - und sofort abgewiesenen - Beschwerden wegen der absurden 'Direktive zum Klischee-konformen Auftreten', verkürzt 'Dikka' genannt, und zwei offiziellen Rügen wegen Tragens von Jogginghosen, Shorts und coolen Lederjacken letztlich seinen Widerstand aufgegeben. Er rächte sich, indem er jede Starfleet-Direktive auf Punkt und Komma beachtete - und seit dem Antritt von Admiral Picard gab es davon viele. Kein Wunder, dass Scott Bradley ihn hasste. Jo-Scha hingegen fand das sehr sympathisch.

"Ich verstehe wirklich nicht, wie Starfleet auf die hirnverbrannte Idee kommen konnte, jetzt auch noch eine Quote für Deutsche einzuführen.", schrie Bradley Dr. Riebmann hinterher und riss theatralisch die Hände in die Luft. "Als hätten diese ekelhaften, hinterhältigen Latex-Blobs von Akhbar 12 nicht schon gereicht, die jetzt jedes zweite Restaurant leiten dürfen!!"

"Ganz meine Meinung, Scott!"

Captain Rick Parker kam schneidig zwischen zwei ca. 20 Meter hohen Gebirgen von Norm-Paletten für Norm-Behälter mit unverständlicher Norm-Beschriftung hervor, und sah ebenso frustriert wie verärgert aus. Aber wie immer war er trotzdem fast unnatürlich männlich, geradlinig und attraktiv.

Gerade hatte er die nähere Umgebung erkundet. Und wiederum hatte er keine dieser hilfreichen Entdeckungen gemacht, wie sie Kurzgeschichten so dringend benötigen.

Nachdem er ein wenig auf verdächtige Schatten geballert, und einigen Behältern mit den Fäusten gedroht hatte, fand er lediglich drei weitere der kleinen Index-Karten mit diesen verdrehten Schriftzeichen. Sie hatten nur schon 20 davon. LiMac, ihre 'Mobile Analyseeinheit, für den Space-Abenteurer von morgen', war seit Stunden mit deren Übersetzung beschäftigt.

"Hier friss, du Pentiumtunte." zischte er, und stopfte seine Karten in das obszön gestaltete Maul des LiMac. Dann sah er Commander Bradley mit einem hungrig ungeduldigen, aber seinem Idol gebührenden, Respekt entsprechenden Blick direkt in die stahlblauen Augen.

"Sie wissen ja Sir, was los war, als die Untersuchungskommission der Föderation dahinter kam, dass etliche ethnische Gruppen innerhalb der Starfleet-Strukturen nicht vertreten waren." Er seufzte, und kratzte sich hinter dem Kopf. "Ich mein, es gab schließlich sogar mehr von diesen nervtötenden Ferrengis in der Flotte als Deutsche, Araber oder Brasilianer."

Bradley starrte finster auf LiMac, der munter vor sich hin piepte, und wünschte sich, er hätte seinen Dust-to-Dust-Blaster nicht abgegeben.

"Man hätte Sie alle in der ersten Welle auf Klendathu III verheizen sollen."

Rick grinste. "Dann hätten wir den Krieg vermutlich verloren, Commander."

Bradley rang sich dem Captain gegenüber ein verkrampftes Grinsen ab. Im Gegensatz zu Jo-Scha und Dr. Riebmann war Captain Parker immerhin ein Mann nach seinem Geschmack.

"Wie auch immer. Ich habe verdammt noch mal Hunger. Ich will was essen. Und ich will auf irgendwas schießen."

Bradley ließ seinen Blick über die Millionen von Normbehältern schweifen, und verfluchte nicht zum ersten Mal, dass er auf Pixar-Gamma diesen Auftrag angenommen hatte. Man hatte ihm und seiner Mannschaft eine Menge Geld angeboten, um eine gewaltige Ladung von brütenden Luxas zum extrem abgelegenen Aqua Prime zu bringen. Keine schlechte Idee nach der schlechten Presse rund um seinen Völkermord-Prozess, der ja auch sehr teurer gewesen war.

Luxas waren kleine possierliche Lebewesen, die ein wenig an Tischlampen aus den frühen Tagen der Zivilisation erinnerten. Sie vermehrten sich wie die Karnickel und sorgten auf etlichen der Dritte-Galaxis-Planeten für preiswerte Beleuchtung.

Er sah missmutig auf Luxor, eines von diesen Viechern, in das sich die hübsche Navigationsoffizierin Leutnant Ca-Trin vernarrt hatte. Es tollte mit ihren fünf widerlichen "kleinen Schirmchen", wie Ca-Trin sie nannte, zwischen den Palettenbergen herum, und produzierte dabei ein wildes Lichtspektakel.

Ca-Trin war eine sehr attraktive Gammalenidin. Neben einer unglaublichen Begabung zur Steuerung von Raumschiffen brachte ihre Rasse die angeborene Fähigkeit ein, auf mentaler Ebene die Begierden des Gegenübers zu erkennen - zum Beispiel Hunger.

Bislang hatte diese Fähigkeit ihr auf der USS Sheckley kaum Vorteile gebracht. Ihre gelegentlich seltsam überrascht ausgestoßenen Sätze wie "Ich spüre Hunger bei Ihnen!" machten sie nicht eben beliebter. Bradley hatte sie nur in die Mannschaft aufgenommen, weil sie auch auf körperlicher Ebene ein Händchen für Begierden hatte.

"Wer ahnte auch, dass diese Viecher so verdammt verfressen sind, zum Teufel." murmelte Scott, und fing sich einen bösen Blick von Leutnant Trin ein.

Schon nach der Hälfte der zwölfwöchigen Reise hatten sich die Luxas nicht nur um das 16fache vermehrt. Dank ihrer bis dato kaum bekannten Fähigkeit, sich mittels gebündelter Lichtstrahlen durch Super-Plast fressen zu können, waren sie außerdem in die Nahrungsvorräte der USS Sheckley eingedrungen.

Die letzte Zwiebel hatte sich Bradley vor 48 Stunden feierlich mit Leutnant Trin, Jo-Scha und Captain Parker geteilt. Dr. Riebmann war von der Nahrungszuteilung ausgeschlossen worden, nachdem man bemerkt hatte, dass er ihnen eine hungrige Woche lang seine medizinische Notration von 'Super-Satt Forte'-Pillen verheimlicht hatte.

"Wenn nur dieser verdammte Kraut mit seiner beschissenen Direktive nicht gewesen wäre!!" schrie Bradley, und trat gegen einen der kleinen Luxas, der quietschend und panisch blinkend das Weite suchte. "Dann hätten wir es noch so gerade bis Aqua Prime geschafft!"

Bradley ging ein paar Schritte umher, um in Ruhe seine herrlichen Visionen sinnloser Gewalt auszukosten.

"Sir", Jo-Scha sah von dem verzwickten Verschlussmechanismus des Behälters auf, "ich muss doch bitten. Unsere Direktiven sind absolut notwendig, und gut durchdacht." Ein arroganter Blick, dann wandte er sich wieder der intellektuell hochinteressanten Frage zu, welche Rasse bei jedem einzelnen Behälter ihrer Lagerhallen ein autonomes, einzigartiges Schloss ersonnen haben mochte.

Dr. Riebmann hatte behauptet, die 'Dikka' hätte ihn dazu gezwungen, etwas so Unsoziales zu unternehmen, da man angeblich bei Deutschen seit Jahrhunderten derlei Dinge erwarten würde. Scott Bradley wiederum hatte behauptet, dass er Riebmann "seine verdammte Kartoffelfresse einschlagen" würde, wenn er nicht schleunigst einen Weg fände, dieses hungrige Dilemma zu beenden.

Dr. Riebmann war es dann auch gewesen, der diesen einsam und verlassen daliegenden Planeten entdeckt hatte, der fast nur aus Lagerhäusern unbekannter Baumeister bestand. Offensichtlich wurde hier beinahe alles gelagert, was eine Zivilisation gebrauchen konnte.

"Sir, ich möchte noch mal betonen, dass aufgeregter Aktionismus für mich keine sinnvolle Option darstellt." statuierte Jo-Scha mit verächtlichem Blick auf Captain Parker, der schnelles Ziehen mit seiner nagelneuen 38er Jieper-O-Matic übte, und dabei sehr männlich aussah. Dann massierte er sich laut nachdenkend den steifen Nacken.

"Die einzige Lösung besteht darin, die Index-Karten zu entschlüsseln, und das eigentliche Problem dann mit kühler, strikter Logik anzugehen." fuhr er fort, nach einem leicht angeekeltem Blick auf die durchgeschwitzte Uniform von Scott Bradley. Dieser wandte sich zugleich mit Captain Parker, Ca-Trin und dem etwas abseits stehenden Dr. Riebmann dem hageren Nerdaner zu.

"Noch ein Problem?", knurrte Bradley.

"Sir, die Sache ist, dass wir es hier mit dem Lagerplaneten einer uns völlig unbekannten Spezies zu tun haben. Selbst wenn wir in der Lage sind, den Index zu entschlüsseln..."

Irgendwo zwischen den Paletten piepte der kleine blaue LiMac fröhlich vor sich hin.

"...so ist doch keineswegs gesagt, dass deren Nahrung auch für uns essbar ist.", konstatierte der Nerdaner, nicht ohne dramatisch eine seiner fünf Augenbrauen zu heben.

"Was soll denn das jetzt schon wieder heißen?", fragte Captain Parker, der zwar genervt, aber dennoch bemerkenswert attraktiv wirkte, was - wie er aus dem Augenwinkel mitbekam - auch Leutnant Trin einmal mehr schmachten ließ.

Jo-Scha sah Captain Parker kurz abschätzig an, und wandte sich dann wieder Commander Bradley zu.

"Nun Sir, es ist zum Beispiel durchaus möglich, dass das, was diese - ehh - Aliens zu essen pflegen, bei uns eher als Insektizid, Treibstoff oder Massenvernichtungsmittel durchgehen könnte. Umgekehrt könnte eines ihrer Schmiermittel für uns durchaus ein gutes Dip für Nachos abgeben."

Dr. Riebmanns blasierter Blick bekam eine hungrige Komponente.

"Ich spüre Hunger, Commander!", rief Ca-Trin emphatisch abwesend aus, hielt aber nach einem scharfen Blick von Bradley die Klappe.

Der Wissenschaftsoffizier fuhr fort.

"Nichts, was wir bislang in den sieben Behältern gefunden haben, hatte irgendeine Ähnlichkeit mit Dingen, die wir kennen. Gut, dieses Dreimeter-Dildo lies Assoziationen aufkommen..."

Leutnant Trin seufzte.

"...aber ich denke, das ist wohl eher eine Folge unseres Abstraktionsvermögens. Jedenfalls haben wir keinen Grund zur Annahme, dass die Nahrung dieser Aliens, selbst wenn wir sie durch den Index finden sollten..."

Wieder ein fröhliches Piepen irgendwo hinter der Gruppe.

"...für uns irgendeinen Fortschritt bringen dürfte."

Er sah dramatisch in die Runde.

"Wenn wir also nicht schnell einen streng logischen Weg finden, unter all diesen Behältern etwas für uns Nahrhaftes zu finden, dann werden wir verhungern."

Ein ebenso böser wie hungriger Blick zeigte sich auf Bradleys Gesicht. Er hatte offenkundig langsam die Schnauze voll, bzw. leer.

"Wissen Sie was, Jo-Scha?", schnaubte er, "Langsam habe ich den Eindruck, Sie machen einen guten, finanziell ertragreichen Trip nach Aqua Prime mit voller Absicht zu einem billigen, zeilenschindenden Sci-Fi-Abenteuer."

Captain Parkers Gesicht verfinsterte sich ebenfalls, und er trat einen Schritt auf Dr. Riebmann zu.

"Scott, bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass Dr. Riebmann und Jo-Scha in den letzten Tagen verdammt oft miteinander getuschelt haben."

Das war das Stichwort für Leutnant Ca-Trin, ihren Blick von Parkers überaus männlich-markantem Kinn loszureißen.

"Ja, Sir!! Vor ein zwei Tagen habe ich Dr. Riebmann auch laut über diese Komplexitätsdingens reden hören!!"

Irgendwie schaffte sie es, dabei einige Zentimeter der Kontrolle über ihr ziemlich knappes Oberteil zu verlieren.

Dr. Riebmann wurde bleich und wich zurück. Bradley ließ eine Hand auf seine nagelneue 38er Jieper-O-Matic gleiten, und seine Stimme bekam den Klang eines sich öffnenden Raketensilos.

"Doch nicht etwa diese 'Komplexitätsdirektive' HERR RIEBMANN?"

Jo-Scha stellte sich demonstrativ vor Dr. Riebmann.

"Commander, wir sind Teil der Sternenflotte, und müssen uns natürlich an die gegebenen Regularien halten. Die Alternative wäre totales Chaos in den Erzählstrukturen der Realzeit, und.."

"Was zum Teufel ist diese 'Komplexitätsdirektive' überhaupt?" unterbrach Parker Jo-Scha, nicht ohne sich an die Seite der schmachtenden Ca-Trin zu stellen.

Scott Bradley war nun sehr, sehr ruhig, während er seine nagelneue 38er Jieper-O-Matic aus dem Holster nahm und zärtlich streichelte. Jo-Scha rückte unmerklich, aber stetig von Riebmann ab.

"Die 'Komplexitätsdirektive'", beantwortete er freundlich Parkers Frage, "verlangt vom leitenden Personal auf Schiffen der Sternenflotte, dass es im Interesse des Erzählniveaus keineswegs die einfachen, simplen Lösungen anzustreben hat, wenn auf längeren Missionen etwas schief geht."

Ein bitterer Zug lag auf Bradleys Mundwinkeln.

"Alles hat schön kompliziert zu sein, damit die Handlung auch entsprechend zeilenschindend verwurstet werden kann, nicht wahr HERR RIEBMANN??"

Dr. Riebmann ließ einen sehr preußischen Blick aufscheinen.

"Bradley, Ihre Zeit ist vorbei! Man kann nicht alles mit der Kanone in der einen, und der Blondine in der anderen lösen. Das ist nicht mehr die Welt von Flash Gordon, verdammich, das müssen Sie endlich AAAAAAAARGHHHHHHHHHH!!!"

Von Bradleys nagelneuer 38er Jieper-O-Matic getroffen brach Dr. Riebmann zusammen, sichtlich gefoltert von unterschiedlichsten Begierden, deren physische Symptome Leutnant Ca-Trin beschämt wegsehen ließen.

"Oh Gott! Dr. Riebmann!", stieß sie emphatisch hervor, "Sie Schwein!"

Bradley ließ den zuckenden Riebmann links liegen und wandte sich grinsend an seinen Wissenschaftsoffizier Jo-Scha.

"Also, Jo-Scha. Wie ist die Lage?"

Jo-Scha wand sich unter Bradleys Blick, hin- und hergerissen zwischen Angst und Arroganz.

"Äh, also, äh, ich denke wir brauchen den Index nicht mehr..."

Frustriertes Piepen irgendwo im Hintergrund.

"...weil ich gerade sehe, dass die achte Kiste ganz offensichtlich eine große Menge, von, äh, ich glaube 'Sumpfhuhn McNuggets' und 'Nerla Classic' enthält, so ein Glück, äh..."

Lu-Po, der während der Krise verdienstvollerweise weiter gearbeitet hatte, wühlte begeistert in dem Behälter.

"Und hier sind auch Servietten, Blatu-Wings, und scharfe Soße! Genug für mindestens fünf Monate! Und ich glaube, Behälter 9 ist nicht mal verschlossen! Hey, sind das nicht ..."

Wie auf Kommando schossen in dem Moment 25 bis an die Zähne bewaffnete Alien-Blobs aus einer Ecke. Sie stürzten sich auf die kreischende Ca-Trin und versuchten, ihr die Klamotten vom Leib zu reißen.

Begeistert McNuggets kauend ballerten Captain Parker und Scott Bradley auf alles, was sich bewegte, wobei Scott Bradley wieder einmal feststellte, dass die Dust-to-Dust-XP-NT-Blaster, die beim Zusammenprall mit Kiste 10 aus selbiger herausgefallen waren, noch besser waren, als die Werbung dies versprach.

 

Funny Science Fiction - Satire Parodie - Scott Bradley Comic (C) chris - www.chrismart.de